Wir testen:

EINEN VIRTUELLEN
RUNDGANG ERSTELLEN

Text und Test: Heimo Rollett
Immogeschichten Logo

Gleich mein Urteil:

Wie einfach ist es, für Makler virtuelle Rundgänge zu erstellen? Für die immobranche.at habe ich selbst einen solchen Rundgang erstellt, weil ich wissen wollte, wie schwierig das ist, welches IT-Wissen man braucht und ob sich das denn eigentlich auszahlt.

Ricoh Theta S

Vorweg mein Urteil: es ist komplett einfach. Schon bei den Recherchen für mein Buch über die Zukunft des Maklerberufs bin ich auf Ogulo gestoßen, eine deutsche Firma, Familienunternehmen, Marktführer bei virtuellen Rundgängen. Von denen habe ich mir eine 360-Grad Kamera kommen lassen – schmuckes kleines Ding, und mit rund 299 Euro netto ein absolut vernünftiger Preis für so eine Investition.

SO SIMPEL GEHT’S:

1. Verbinden

360-Grad Kamera mit Smartphone über eigenes Wireless verbinden, vollkommen simpel, wie wenn man sich mit dem Handy in ein anderes WiFi einloggt.

2. Einloggen

In die Ogulo App am Handy einloggen, da sieht man schon was die Kamera sieht.

3. Auslösen

Die Kamera in der Mitte eines Raumes positionieren und mit dem Handy auslösen – Klickzipp! – und schon ist das 360 Grad Foto gemacht

4. Rüberspielen

Bei mehr und größeren Daten empfiehlt sich das Überspielen der Daten von der Kamera mittels USB-Kabel auf den Desktop-Rechner, theoretisch kann man aber auch mit dem mobilen Device weiterarbeiten.

5. Bearbeiten

Der Rest wird nun in der Software von Ogulo erledigt. Läuft alles übers Web, also rein in einen Browser und auf der Seite einloggen. Dort sind meine 360-Grad Fotos schon gespeichert, ich kann sie unterschiedlichen Bereichen zuordnen (z.B. Obergeschoß, Garten…) und auf den Bildern setze ich einfach einen so genannten Hotspot: einen Punkt/ein Symbol z.B. auf einer Türe. Klickt der User darauf, kommt er in den dahinter liegenden Raum.


Und das wars im Prinzip auch schon, so sieht das dann z.B. aus:

HALT! NEIN, NOCH NICHT!

Denn das eigentlich geniale für die Makler kommt ja erst. Es nennt sich plump Passwortschutz. Weil so manche Eigentümer werden Vorbehalte haben, wenn es darum geht eine bestehende, vielleicht sogar noch möblierte Wohnung komplett abzufotografieren. Also gibt es unterschiedliche Arten, wie und wem man einen Zugang zu den Rundgängen verschafft. Und damit kann man User auch wunderbar analysieren: Wer hat wie lange das Objekt online besichtigt? In welchen Räumen war er am längsten? Reale Besichtigungen sind dann natürlich leichter, wenn man weiß, wer sich am meisten interessiert hat …

Eigentümer Report
Und auch der Eigentümer hat was davon: Mit einem Klick ist ein PDF-Report downloadbar, der dem Eigentümer zeigt, welche Interessenten sich wo informiert haben.

  • Statistik3
    Jeder einzelne User ist analysierbar bzw. lässt sich auch aus dem System anschreiben.
  • Screenshot Statistik
    Herr Kraft will’s wohl genau wissen – über 50 Minuten lang flanierte er online im Objekt herum.
  • Statistik2
    Die Küche scheint Bernd Muster egal zu sein, er hat beim virtuellen Rundgang nur 19 Sekunden dort verbracht.

QUANTA COSTA?

Die Kamera kostet einmalig 299 Euro.

Wer den Rundgang so wie ich selbst erstellt, nimmt das Basispaket um 49 Euro monatlich – fünf aktive Rundgänge sind da inkludiert. Pakete gibt es bis 139 Euro monatlich (premium mit vielen lustigen und coolen Features).

Keinen Bock auf das Erstellen? Grafiker von Ogulo übernehmen das gegen Unkosten. Dabei retouchieren sie auch KfZ-Kennzeichen, Personen, persönliche Dinge etc. Selbst Schönwetter außerhalb der Fenster kann man dazu kaufen! Hier wird pro Standpunkt (ist eine 360-Grad Aufnahme) abgerechnet.

NACKTE ZIMMER

Was geht noch? Auf der Basis der 360-Grad Bilder bietet das Unternehmen noch weitere Dienstleistungen an. So kann man die aufgenommenen und ev. leeren Räume möblieren lassen (99 Euro pro Bild), man kann Renovierungen visualisieren (also z.B. einen Wanddurchbruch oder ein zusätzliches Fenster; Kosten: 109 Euro). Die Neubauvisualisierung vom Plan weg kostet 179 Euro. Durchschnittlich dauern diese Services laut Ogulo fünf bis sieben Werktage.

WERMUTSTROPFEN

Was der Makler vielleicht nicht unbedingt selbst machen kann, ist die virtuellen Rundgänge überall hin einzubetten. Es gibt Schnittstellen zu Maklersoftware wie Flowfact und Onoffice, auch zu Immowelt oder Immobilienscout24. Für die Einbettung mittels iFrame, Loop oder Vorschau stellt Ogulo fertige Codes zur Verfügung, die man mit Copy/Paste verwenden kann – da muss man aber schon wissen wo man die hineinkopiert …

Um den Interessenten auf den virtuellen Rundgang zu verweisen, stellt Ogulo den Kunden gratis Exposebilder und PDFs mit QR-Code und Links zur Verfügung.

FAZIT

Fest steht für mich: Ein virtueller Rundgang erhöht die Effizienz des Maklers ungemein. Der Aufwand ihn zu erstellen ist mini. Der Nutzen hingegen groß: Er vermeidet schon im Vorfeld unnötige reale Besichtigungen, kann das Verhalten der Interessenten schon im Vorfeld analysieren und dem Eigentümer gegenüber auf Knopfdruck einen Nachweis liefern.

ZU GUTER LETZT …

So, und wer die Kamera dann schon mal hat, kann sie natürlich auch noch für andere – vielleicht private – Zwecke verwenden. Ein paar Vorschläge vom Hersteller zeigt das Video:

CREDITS

Text: Heimo Rollett

Fotos: Dawid Zawiła, RICOH, Ogulo, Heimo Rollett/Ogulo, Leeroy, Video: RICOH

Ist das Ganze hier Werbung für Ogulo? Nein. Aber ich habe halt dieses Produkt getestet, weil die Firma eine gute Palette an Produkten hat. Der Support war wirklich gut. Zum Zwecke und für die Dauer des Tests hat mir das Unternehmen eine RICOH-Kamera zur Verfügung gestellt.