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SO WIRD

RE/MAX Austria rechnet mit weniger Wachstum für 2019. Aber immerhin: es geht weiter bergauf – auch für die Honorare des Netzwerks. Vor allem im Digitalen will der Franchiser weiter Gas geben.

Text: Heimo Rollett

Mal kurz die Fakten des zurück liegenden Jahres: Die Hochrechnung, wie viele Immobilien 2018 gekauft wurden, ergibt, dass mit 120.000 Transaktionen das Ergebnis von 2017 voraussichtlich überschritten wird. Voraussichtlich deshalb, weil die Verbücherungen des Dezembers ja noch nicht sichtbar sind und ergo geschätzt wurden, die Daten basieren wie immer auf IMABIS von Roland Schmid. Demnach dürfte es beim Transaktionsvolumen zu einem Rekord kommen: Über 30 Mrd. Euro werden das wohl – fast eine Verdoppelung, wenn man mit Jahr 2013 vergleicht. 2018 hat demnach auch die Umsätze gefreut. Der Honorarumsatz von RE/MAX Austria konnte um fast 12 % gesteigert werden, über 1,6 Mrd. Euro Transaktionsvolumen bei über 10.000 Transaktionen wurde verzeichnet.
 
Gedämpftes Wachstum
 
In der internen Expertenbefragung (RREFIX) erwarten die Remax-Makler für 2019 ein gutes Jahr, wenngleich das Wachstum gedämpft sein dürfte. Die Kurve geht also nach oben, aber nicht so steil. Das Angebot, so glauben die Makler, werde „nur“ um 2 % wachsen. Faktencheck: Laut Imabis gibt es derzeit 129.000 Wohnimmobilien am Markt, 2017 waren es um 5.000 mehr. Stimmt also, wobei Bernhard Reikersdorfer, Geschäftsführer RE/MAX Austria, ein wenig relativiert, denn aufgrund der angespannten Marktlage und der hohen Nachfrage, kämen viele Immobilien gar nicht auf den Markt bzw. werden inseriert. Die Nachfrage dürfte im Vergleich zum Vorjahr um 3 % und die Preise um 3,6 % steigen, schätzen die RE/MAX-Makler. Das ist freilich über ganz Österreich gerechnet – die einzelnen Gebiete, Städte, Regionen stellen sich mitunter sehr unterschiedlich dar. Details dazu siehe hier.

Digital fortschrittlich

 

Ganz subjektiv ist RE/MAX aus meiner Sicht wirklich fortschrittlich, was das digitale Thema betrifft. Wie komme ich darauf? Beispiel Remax-Conventions: Da werden alle neuen Programme, Portale und Trends stakkatoartig erklärt und Empfehlungen für die Franchisenehmer abgegeben. Da hab ich nur so geschaut, alles Mögliche scannt da die Organisation und prüft, was es für die Immobilienvermittlung bedeutet. Daher zählten die Remaxianer auch zu jenen, die damals mein Buch über die Zukunft des Maklerberufs auf Anhieb verstanden haben. Permanent bemühen sie sich, ihren Franchise-Nehmern, die Vorteile der digitalen Welt näher zu bringen – zwingen können sie sie ja nicht. Die nächste große Convention ist übrigens am 19. Jänner in Salzburg, zum 20. Mal.

Digitale Preisfindung

 

Jüngste Innovation der rot-weiß-blauen Baloonfahrer ist das digitale System DAVE. Es soll bei der Preisfindung helfen, indem es die Anbotsabgabe für eine Objekt ins Digitale übersetzt. Interessenten schauen sich dabei nach wie vor die Immobilie in realiter an. Bei ernsthaftem Interesse, lädt der Makler zum digitalen Angebotsverfahren ein.

Keine übertriebenen Preisversprechen mehr

 

In fünf Schritten kann man dann ein rechtlich verbindliches Anbot eingeben. Man sieht wie viele Interessenten es gibt, wie lange das Verfahren noch dauert und welche Angebote zu welchen Preisen abgegeben wurden (auf anonymisierter Basis). Freilich sind auch alle relevanten Unterlagen auf der Plattform vorhanden. 

Effekt: Bester Preis für Abgeber, einfaches Handling für Kaufinteressenten. Dem Verkäufer kann damit leichter gezeigt werden, was der Markt wirklich hergibt, Bauchgefühle und irreale Preisversprechungen der Makler werden damit passé. Selbst der Makler weiß im Übrigen nicht, welcher Interessent welches Angebot abgegeben hat, das wird erst beim Notar offengelegt. Über 120 solcher Verfahren wurden seit Einführung des Systems im Oktober 2018 abgewickelt. 

ZIELE DES FRANCHISERS
 
2019 will RE/MAX 20 % aller Wohnimmobilien mit diesem Verfahren abwickeln. Außerdem sollen heuer zehn neue  Bürostandorte in Ballungszentren (Salzburg, Linz, Wien) eröffnet werden, verkündete Bernhard Reikersdorfer heute bei einer Pressekonferenz. Das Luxussegment soll gestärkt und die eigene Website (Ziel: Verdoppelung der Besucher) soll gepusht werden. Im kommerziellen Arm von RE/MAX will Reikersdorfer in ländlichen Ballungsgebieten erweitern – vor allem bei Ladenlokalen sieht er Potenzial. Na dann – Prosit!